ASIEN – Nr. 119 (April 2011)
ASIEN – Nr. 119 (April 2011)

Verborgene Aspekte der KatastropheFlorian Coulmas

ASIEN – Nr. 119 (2011) pp. 5–7

Das große Hanshin-Erdbeben vom 17. Januar 1995 hatte eine Stärke von 7,3 auf der japanischen Skala. Es forderte 6434 Todesopfer und ca. 44.000 Verletzte. 100.000 Gebäude wurden völlig zerstört. Die geschätzte Gesamtsumme der Schäden betrug 75 Mrd. Euro. Diese Katastrophe wird von der des mit einem gigantischen Tsunami verbundenen Erdbebens in Tohoku am 11. März dieses Jahres noch in den Schatten gestellt. Das Beben hatte die nie registrierte Stärke 9 auf der japanischen Skala und löste eine Flutwelle aus, die über einen 400 kilometerlangen Küstenstreifen Verwüstung anrichtete und manche Dörfer komplett hinwegspülte. Bisher (23.4.2011) beträgt die Zahl der identifizierten Todesopfer 14.084. Weiterhin vermisst werden 13.511. Man wird mit 28.000 Toten rechnen müssen, denn die meisten Vermissten wird man zweifellos nie finden. Sie sind im Meer verschwunden. Mehr als 130.000 Menschen sind noch in Notunterkünften untergebracht. Zahlreiche Kinder sind von ihren Familien getrennt worden, mehr als 100 sind verwaist. Von der Regierung wird der Sachschaden bereits jetzt auf 220 Mrd. Euro geschätzt…