Michael Paul: Kriegsgefahr im Pazifik? Die maritime Bedeutung der sino-amerikanischen RivalitätKevin Kälker
ASIEN – Nr. 147 (2018) pp. 142–43
Baden-Baden: Nomos, 2017. 320 S., 64 EUR
Der Westpazifik ist Austragungsort hegemonialer Konkurrenz zwischen der Volksrepublik China und den USA. Für die regionale Vormachtstellung ist die Kontrolle über strittige Territorialgewässer und die indopazifischen Seewege von zentraler Bedeutung. Beide Staaten müssen ihre Ansprüche durch Machtprojektion zur See abstützen. Acht der zehn größten Containerhäfen befinden sich in Asien. Ein Drittel des globalen Handelsvolumens wird jährlich über das Südchinesische Meer verschifft. Peking bezieht etwa 80% seiner Rohölimporte durch die Straße von Malakka, einer 2,7 Kilometer breiten Engstelle zwischen Malaysia und der indonesischen Insel Sumatra, die jährlich bis zu 60.000 Frachtschiffe passieren. Die Staaten Ostasiens decken knapp die Hälfte ihres Bedarfs an verflüssigtem Erdgas durch diese Meerenge. Für den Fall möglicher Ausfallkosten gibt es keine geeignete Rückversicherung durch alternative Versorgungswege. Der Schutz maritimer Handelsrouten und die militärische Absicherung konkurrierender Territorialansprüche unterstreichen die Kriseninstabilität der Region und bieten latente Eskalationspotenziale…







