Harro von Senger und Marcel Senn (Hgg.): Maoismus oder Sinomarxismus? Rechtswissenschaftlichsinologische Tagung an der Universität Zürich, 5. und 6. Dezember 2014Suy Lan Hopmann
ASIEN – Nr. 141 (2016) pp. 100–102
Stuttgart: Franz Steiner V erlag, 2016. 300 S., 54,00 EUR
Bei dem vorliegenden Band „Maoismus oder Sinomarxismus?“, herausgegeben von Harro von Senger und Marcel Senn, handelt es sich um den Tagungsband der, laut den Herausgebern, ersten „im Westen durchgeführte(n) wissenschaftliche(n) Tagung zum Thema Sinomarxismus“ (S. 3).
Die Herausgeber definieren „Sinomarxismus“ als ein „spezifisch chinesische(s) Verständnis des Marxismus“ (S. 9), das in Anlehnung an englische Übersetzungen der selbstgewählten Termini der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) innerhalb der Publikation auch als „chinesischer Marxismus“ bezeichnet wird. Dabei plädieren von Senger und Senn für den Begriff des „Sinomarxismus“, weil dieser eine analytische Schärfe besitze, die der Terminus „Maoismus“ aus geschichtlichen, philosophischen und gesellschaftlichen Gründen nie besessen habe. Besonders in der westlichen Debatte beziehe man sich, spräche man von Maoismus, in der Regel auf die letzten beiden Jahrzehnte maoistischer Politik und lasse somit die frühen Jahre außer Acht. Sinomarxismus sei in Abgrenzung dazu ein „handlungsorientierter, politikwissenschaftlicher Terminus, den die V olksrepublik China auch selbst“ verwendete (S. 288).








