ASIEN – Nr. 17 (Oktober 1985)
ASIEN – Nr. 17 (Oktober 1985)

Die Bedeutung des ‚urs-Festes im Sufitum und eine Beschreibung des ‚urs des GisudirazSyed Sha Khusro Hussaini

ASIEN – Nr. 17 (1985) pp. 43–54

Das Wort ‚urs oder ‚ursus (Mehrzahl: a’ras oder ‚urusat) ist das Gerundium, das aus der ‚Wurzel des arabischen Zeitwortes ‚arasa gebildet wird und in der klassischen Zeit das Führen der Braut zum Hause des Bräutigams bedeutete. Überdies bedeutete es, heute wie damals, in seiner kurzen Form, eine Trauungszeremonie oder ein Hochzeitsfest. Jedoch gab es einen Unterschied im Gebrauch der Begriffe, je nachdem wo die Trauung stattfand. Wurde die Trauung im Hause des Bräutigams oder unter seinen Stammesmitgliedern durchgeführt, wurde sie als ‚urs bezeichnet, wenn aber die Trauung im Hause der Braut oder bei ihrem Stamm stattfand, hieß sie ‚umrah. Der Begriff ‚urs wurde im indischen Sufitum auf das Fest, an dem man des Todes eines Heiligen gedachte, übertragen. Mit anderen Worten bedeutete es den alljährlich begangenen Todestag. Daher wurde das ‚urs-Fest eines der wichtigsten jährlichen Ereignisse der Ordenshäuser, die sich um die jeweiligen Schreine der Sufi-Heiligen gebildet hatten.

(ins Deutsche übertragen von Hugh van Skyhawk)