ASIEN – Nr. 121 (Oktober 2011)
ASIEN – Nr. 121 (Oktober 2011)

Bemerkungen zu „Bologna“ am Beispiel AfghanistansRahul Peter Das

ASIEN – Nr. 121 (2011) pp. 5–7

Deutschland ist in Afghanistan engagiert; deutsche Soldaten stehen – und sterben – dort. Dieses Engagement ist aber in übergeordnete Zusammenhänge eingebettet, die nicht alle ohne weiteres ersichtlich sind. Wir wollen hier diese Zusammenhänge betrachten. „Afghanistan“ kann nicht losgelöst werden vom indisch-pakistanischen Konflikt; der Blick auf die Landkarte zeigt die strategische Bedeutung Afghanistans für beide Kontrahenten, zumal in Verbindung mit der Kaschmir-Problematik. Kaschmir ist indes ein trinationales Problem; große Teile werden direkt chinesisch verwaltet nach Eroberungen im chinesisch-indischen Krieg (1962) und Gebietsabtretungen Pakistans (1963), und die chinesische – auch militärische – Präsenz im Afghanistan benachbarten Gilgit-Baltistan ist inzwischen so groß, daß manche Beobachter bereits eine de facto Machtübergabe Pakistans dort konstatieren. Trotz enger wirtschaftlicher Verbindungen bestehen zudem die Grenzkonflikte zwischen Indien und China als sporadisch eskalierender „enduring conflict“ fort…